Dienstag, 22.04.2008


Dienstag, 22.04.2008 letzter Tag in Isfahan und der Weg nach Teheran

Unser letzter Tag in Isfahan.
Wie so häufig, ist es auch diesmal: dann, wenn man sich so einigermaßen eingelebt und eingefühlt hat in einen Kosmos, muss man diesen wieder verlassen, für das nächste Abenteuer. Doch der Abschied war dann doch schwer, die Leute werden uns fehlen, die entspannte Atmosphäre in der Stadt, die so ganz anders ist als der Rush in Deutschland. Und große Lust auf 6 Stunden Busfahrt waren nach dem Aufstehen auch noch nicht zu verspüren. Zunächst bis zur deadline, 16.00, alles mitnehmen, was noch drin ist, soll heißen: Einkaufen – Bücher, CDs und sofort, damit der Betrachter zu Hause erfährt, was der junge Mensch aus Isfahan liest und hört, womit er sich seinen Lebensentwurf zusammenschraubt. Nasibeh und Rayehe begleiten uns in die Shops und in den Basar, damit der Preis auch dem entspricht, den die global generation vor Ort zu zahlen hat. Im CD-Laden gab’s dann nicht den persischen Rap, der aus all den Taxis dröhnt, vor allem in Teheran. Das sei verboten, den Trend bringen die Emigranten aus den USA, wie so vieles andere auch. Kurz später, in einem der vielen Kunsthandwerksläden auf dem Basar gab’s dann Eminem und gute Preise – das Land der tausendundeins Widersprüche.

Um uns noch einmal bei den beiden Mädels zu bedanken, gehen wir erneut in das Restaurant oberhalb des Basars, essen und trinken gut – und begegnen einer deutschen Schulklasse aus Berlin, der einzigen, die eine Verbindung zu einer iranischen Schule (Teheran) bundesweit pflegt, eskortiert von drei fett bewaffneten Systemsoldaten. Damit die Sache für uns nicht unangenehm wird, setzen wir uns um – der Staat ist überall.

Dann steht das letzte Treffen mit der Paintersociety an, weitere CDs von Künstlern werden uns gereicht, (auch im Hotel wurden uns noch zahlreiche hinterlassen), und wir besprechen den weiteren Verlauf bis zur Ausstellung. Es ist alles herzlich, wir fragen noch nach Tipps für Teheran und werden zum Busterminal gefahren. Rayehe, Minoo der Uebersetzer und sein Cousin begleiten uns, und laden uns – übertrieben wie vieles – auch noch auf die Busfahrt ein, Widerstand wird da nicht geduldet.

6 Stunden Busfahrt, im Sonnenuntergang, nächtliches Ankommen in Teheran. Die Stadt lebt noch, und wir nehmen das erstbeste Taxi zum Apartement von Frau Chahin Doerflinger im schönen Norden der Stadt.

Herzlich werden wir von ihr und ihrem Mann aufgenommen, haben noch interessante Gespräche, überlegen die Pläne für den kommenden Tag und tatsächlich – wir erfahren tatsächlich einmal ohne Chiffren was abgeht in diesem Land – teils überrascht, teils schockiert wandern wir in unser Zimmer – schließlich sollen wir Mittwoch in aller Frühe auf dem Stadtberg stehen.

Nun ist auch bald alles gelaufen hier, leider, ist einfach ne krasse Zeit.

Bis dann bald,

Oliver

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