Globale Generation oder das Leben der Anderen?


Podi Jazzhazs Global Generation

Globale Generation oder das Leben der Anderen?

Der erste Junges Freiburg Talk unter dem Label „Wohnzimmergespräche“ hatte das globalisierte Leben der jungen Generation und ihre Heimatkultur in Freiburgs Partnerstädten Isfahan, Madison und Matsuyama zum Thema. In gemütlicher Wohnzimmer-Atmosphäre wurden im Jazzhaus zunächst die Macher des Projekts „global generation“ interviewt, die ein paar fotographische Eindrücke ihrer Ausstellung mitgebracht hatten. Die Berichte der Kulturmanagement-Studenten über Kommunikationsschwierigkeiten sprachlicher und interkultureller Art im Laufe des Projekts lösten zwar Erheiterung beim Publikum aus. Moderator Benno Stieber wies jedoch darauf hin, dass die vernetzte Jugend zwar ähnlichen Einflüssen der Globalisierung ausgesetzt ist, doch scheinbar ganz unterschiedlich damit umgeht. Coca-Cola wird weltweit getrunken, aber einheitliche Werte, Lebensentwürfe oder die Welt-Kultur sind dadurch nicht entstanden.

Fatima Chahin-Dörflinger, Vorsitzende des Freundeskreis Freiburg-Isfahan und überwiegend in Teheran lebend, betonte den Protest-Status westlicher Kultur für junge Iraner. Für die Jugend in USA und Deutschland ist westliche Kleidung jedoch bereits Ausdruck des Establishments. Daniel Brosinski aus Madison machte deutlich, dass Vorurteile über die fremde Kultur auch im deutsch-amerikanischen Verhältnis eine offene Kommunikation erschweren. Interessant war, dass keiner der jungen Podiumsgäste ein globalisiertes Heimatgefühl hatte, obwohl alle über Reisen und Internet den Kontakt zur Welt suchen. Nur Chahin-Dörflinger, die ständig zwischen den Kulturen pendelt, kann sich überall auf der Welt zuhause fühlen. Als Lehrerin an der deutschen Schule Teheran hatte sie ihren Schülern den Film „Das Leben der Anderen“ gezeigt, diese stellten viele Parallelen zwischen der Vorgehensweise der Stasi und den iranischen Sicherheitskräften fest.

Einen speziellen Einblick in die deutsch-iranische Gesellschaft und der Jugend boten die Initiatorin Marlene Assmann und der Kameramann Nic Middleton von „football under cover“, einem Dokumentarfilm, bei dem die Organisation eines Fussballspiels im Iran zwischen einer Berliner Frauenfussball-Mannschaft und der iranischen Frauenfussball-Nationalmannschaft zum Politikum wird. Dieser Film wurde abends im Kommunalen Kino gezeigt, wo beide dem Publikum noch einmal Rede und Antwort standen.

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