Magst du mit mir benchmarken?


Die Wahlprüfsteine von Junges Freiburg. Klicke in das Bild, um alle Prüfsteine zu lesen.

JF legt OB-Kandidaten eigene Wahlprüfsteine vor

Freiburg. (of/majo) Zu den Worten, die man in der Politik irgendwann über hat, weil sie inflationär gebraucht werden von Leuten, die ihre ursprüngliche Bedeutung nicht mehr kennen, gehört neben dem „Spaltpilz“ auch der „Wahlprüfstein“. (Neudeutsche Synonyme: Touchstone und Benchmarks.)

Als Kandidat bei jedweder Wahl – ob man nun Wählervereinigung ist wie Junges Freiburg oder Einzelperson wie Günter Rausch, Ulrich von Krirchbach und Dieter Salomon dieses Frühjahr – kriegt man von jedem Interessenverband von der Aalfischerinnung bis zur Zeppelinmodellbaulobby so genannte Wahlprüfsteine zugeschickt. Das sind normalerweise Fragebögen, die man möglichst über Nacht fachmännisch beantworten soll um sich gegenüber den jeweiligen Interessenvertretern zu positionieren – die dann ihrem Gefolge den genehmsten Bewerber empfehlen.

Wenn man in der Lage ist, gewählt werden zu wollen wie wir von Junges Freiburg bei der letzten Gemeinderatswahl, dann möchte man sich über den verschiedenen Prüfsteinen an den Kopf fassen. Man denkt sich: Hundert Fragen? Jede davon eine halbe Seite lang? Mehr Statement als Frage (so ähnlich wie „Fragen“ bei Podiumsdiskussionen)? Und das sollen wir über Nacht beantworten? Das Thema interessiert uns einen Scheiß!

Nun ist Junges Freiburg in diesem Jahr in der komfortablen Lage, keine Position im Oberbürgermeisterwahlkampf zu haben, sondern überparteilich Jugendinteressen zu vermitteln und mit seinem Partner U18 – Freiburg dafür einzusetzen, dass auch die Jüngsten wählen. Denn schließlich: Wer heute 11 Jahre alt ist und folglich noch lange nicht wählen darf, würde vielleicht gern einen Oberbürgermeister wählen, der bis zum Ende seiner Amtsperiode (dann ist der Darf-nicht-Wähler 19 und zieht zu Hause aus) die Wohnungsnot für junge Leute in Freiburg in den Griff gekriegt hat.

Aber ich schweife ab. In diesem Jahr war Junges Freiburg also in der komfortablen Lage, selbst Pistole-auf-die-Brust-setzende Wahlprüfsteine an die Kandidaten verschicken zu dürfen. Wir haben Günter Rausch, Ulrich von Kirchbach und Dieter Salomon Fragen vorgelegt, anhand derer sie sich zu den Interessen der jungen Generation und ihrer Zukunft in Freiburg positionieren sollen. Zum Beispiel: Wie werden die Schulen in Freiburg in Zukunft aussehen? Und wo wird es Plätze zum Chillen und Abhängen geben, wo man nicht gleich einen Latte Macchiato konsumieren muss?

Die Wahlprüfsteine könnt ihr auf junges-freiburg.de und auf ob-wahl-freiburg.de nachlesen. Die Antworten später auch.

Die Wahlprogramme der Kandidaten haben wir vor ein paar Wochen schon nach Jugendthemen abgeklopft.

Achso, was ist jetzt nochmal die ursprüngliche Bedeutung von „Prüfstein“? – Also Goldschmiede benutzen Prüfsteine. Und zwar reiben sie ein Stück Edelmetall daran und erzeugen so auf dem Stein eine Bremsspur, deren Farbe ihnen verrät, wie „echt“ der Goldring ist, also wie viel wertvolles Metall in der Legierung enthalten ist.

„Prüfstein“ ist ein bisschen eine umständliche Metapher für Lobbyfragen an Wahlkämpfer, finde ich. Wie wäre es mit „Brustpistole“ stattdessen? Vielleicht benutzen wir das im nächsten Jahr.

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5 Antworten to “Magst du mit mir benchmarken?”

  1. […] »Magst du mit mir benchmarken?« […]

  2. […] Kandidaten bei der Oberbürgermeisterwahl, Günter Rausch, Ulrich von Kirchbach und Dieter Salomon, ihre Wahlprüfsteine vor. Wahlprüfsteine sind Fragen zu Themen, die besonders der Initiative und dem Klientel der […]

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