Das Ergebnis steht!


Von Tom Pannwitt

Wentzinger-Gymnasium: Die Jugendlichen haben eigentlich keine Stimme. Trotzdem dürfen sie bei U18 – Freiburg wählen. • Foto: http://www.u18.ob-wahl-freiburg.de

Über eintausend Jugendliche haben vergangenen Freitag ihre Stimme in den acht Wahllokalen abgegeben. Obwohl sie damit nicht direkt den Verlauf der OB-Wahl am Sonntag beeinflussen können, ist das Ergebnis eindeutig: die Jugend interessiert sich sehr wohl für ihr politisches Umfeld und muss dort mehr Beachtung finden.

Vorsicht – kein Stempel, nur unsere Meinung

Als ich die Auswertung der Wählerstimmen gesehen habe, klingelte es auch schon in meinen Ohren. Altersweisheiten wie: die Jugend ist das Spiegelbild der Gesellschaft, sie wählt den sicheren Kandidaten, oder, genauso so schlimm: die Jugend hat schon immer radikal (links) gewählt – sie spukten durch meinen Kopf. Aber mal ehrlich, wie kann man bei den drei Kandidaten denn nicht „Links“ wählen? (Obwohl böse Zungen hartnäckig behaupten, Herr Salomon gehört eindeutig in die neoliberale Ecke.) Die Jugend hat sich aber tatsächlich mit Günter Rausch, der nur vier Prozent hinter Dieter Salomon liegt, für einen in Morgenrot erstrahlenden, linken Kandidaten ausgesprochen. Nein, gewonnen hat der Professor nicht, der nach meiner Meinung aber auch am wenigsten Vorschusskapital hatte. Im Gegensatz zu Dieter Salomon (schon immer da gewesen, acht Jahre sind eine lange Zeit für Kinder und Jugendliche) oder Ulrich von Kirchbach (den hab ich an meiner Schule schon mal gesehen – sei es bei der Stippvisite als Kultur- und Sozialbürgermeister, oder weil er seine Frau von der Arbeit abgeholt hat. Nein, gewonnen hat keiner der drei Kandidaten. Die absolute Mehrheit blieb den Kandidaten auch absolut erspart. Interessant wäre nun doch noch eine Stichwahl. Ich möchte damit aber nicht noch etwas heraufbeschwören, das Ergebnis am 25. April wird wohl noch spannend genug.

Jugendliche mit einbinden

Die Idee von U18 – Freiburg ist ja schließlich nichts Neues. Man muss nicht alles neu erfinden, um wieder Kinder und Jugendliche in öffentliche, politische und gesellschaftliche Diskussion einzubinden und teilhaben zu lassen. Auch wenn sie keine direkten Wählerstimmen, oder gar das ganze Feld eines Problems überblicken können, sollten sich die Politiker nicht nur mit ihren Jugendparteien unterhalten, sondern auch auf Veranstaltungen Jugendliche eine Stimme geben. Ebenfalls könnten auch die Medien sich mehr für die Jugend interessieren und deren Sichtweise und Meinung mehr in den Mittelpunkt stellen. (Nicht immer nur auf Drängen und mit viel Überzeugungskraft).  Überparteiliche und unabhängige Institutionen (wie Jugendzentren, viele Vereine und Gremien) sollten aufhören, sich gegenseitig dass Klientel streitig zu machen und mehr Energie darauf verwenden, erst einmal die Meinung bei Jugendlichen zu bilden und zu fördern.

Jeder kann etwas bewegen

Ich selbst war in der neu gegründeten Initiative U18 – Freiburg mit dabei. Dort durfte ich Cheflayouter spielen und miterleben, wie ein Projekt auf die Beine gestellt wird, das rund sieben Prozent der Jugendlichen in Freiburg zwischen 10 und 17 Jahren direkt erreicht hat. Zu verdanken haben wir dies Alexander Dell. Seine Idee war es, in Freiburg diese Wahl für die Oberbürgermeisterfindung zu veranstalten. Er hat gezeigt, dass jeder Jugendliche hier in Freiburg mit seiner Idee etwas bewirken kann, wenn er sich nur traut sich Hilfe zu suchen und Verbündete zu finden. Dieses ist für mich das eigentliche Ergebnis und ich bin gespannt, wie es mit U18 weiter gehen wird.

Dazu könnt ihr natürlich auch beitragen: am Dienstag, den 27. April trifft sich die U18 – Freiburg-Truppe im Haus der Jugend/Raum 32. Kommt alle und bewegt was!

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Eine Antwort to “Das Ergebnis steht!”

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