Jungs stärken – Boysday in Freiburg


Tom Pannwitt: Männer, entdeckt eure Talente

Freiburg. (of/tp) Heutzutage ist alles stressiger. Zum Glück machen uns immer mehr selbstverständliche Dienstleistungen und helfende Hände den Alltag etwas einfacher. So zum Beispiel, wenn wir die lieben Kleinen von der Tagesbetreuung abholen und der Kindergärtner beim Jackensuchen noch schnell hilft. Auch muss sich die Frau vor der Hochzeit und besonderen Anlässen nicht mehr stundenlang vor den Spiegel stellen und sich selbst den Kopf darüber zerbrechen, welches Makeup heute am besten passt. Dafür geht es nun zum Kosmetiker. Ach, sollte es den eben schon erwähnten Kindern auf dem Flug in den Familienurlaub auch nicht so gut gehen, ist immer ein Steward hilfsbereit zur Seite.

Doch halt! Ist das wirklich alles so selbstverständlich? Natürlich gibt es alle diese hilfsbereiten Menschen, die unser Leben so unendlich viel leichter machen, aber sind wir mal ehrlich: Haben sie jemals die Hand eines Kindergärtners geschüttelt, oder sich von einen Mann schminken lassen? Ganz davon abgesehen, dass ein Steward in der Unternehmensbekleidung der Fluggesellschaften echte Probleme mit den Röcken bekommen würde.

Natürlich ist das alles nicht undenkbar und sicherlich gibt es schon den einen oder anderen in diesen Berufsfeldern. Selbstverständlich ist dies aber dennoch bei weitem nicht.

Um dieses Problem zu überwinden, findet heute der Boysday in Baden-Württemberg statt. Hier können Jungs sich diese „frauendominierten“ Arbeitsplätze etwas näher anschauen und sich über die Tätigkeiten besser Informieren. Es werden auch Praktikumsplätze mit auf den Weg gebracht und Kontakte geknüpft.

Schaut im Internet vorbei und kommt mit zum Boysday

Ich finde dies eine sehr gute Aktion, durch die Grenzen aufgebrochen werden. Denn jeder Mensch sollte das ausüben, worin wirklich seine Begabungen und Interessen liegen.

Der Beruf des männlichen Frisörs hat es vielleicht gerade erst zum letzten Jahr geschafft, von einem Außenseiter zu etwas Normalem, Angesehenen zu werden. Doch erwischt man sich noch meistens bei kleinen Hintergedanken: Ja der sieht auch so aus.

Ich selbst bin gelernter Mechatroniker und arbeite nun in diesem Beruf. Natürlich habe ich damit keine Probleme, das in der Öffentlichkeit zu sagen und gerne spielt man auch auf die harte Arbeit an, wenn es gilt sich etwas interessanter zu machen. Genau das wird in weiten Teilen immer noch, von mir als Mann eben, erwartet.

Das starke Geschlecht kennt keine Schwachen und auch niemanden der sich nicht traut „anders“, oder eben nicht den Erwartungen (meist der Eltern) zu entsprechen. Hier muss man gezielt auf diejenigen zugehen, von denen Starkes erwartet, aber nichts Individuelles gefördert wird.

Ja, es ist wichtig, dass mehr Männer in weiblich dominierten Feldern Einzug halten. So kann zum Beispiel ein Mann viel besser einige Streitigkeiten im Kindergarten schlichten. Eben weil er eine Vaterfigur verkörpern kann. Dies soll aber die Problematik nicht zu pauschal werden lassen. Die Durchmischung der Geschlechter ist, männlich wie weiblich, in allen Gebieten des Marktes wichtig. Aus persönlichen Erfahrungen habe ich gelernt, dass die Zusammenarbeit immer wertvoll ist und bessere Ergebnisse erzielt als die eine oder die andere Dominierung.

Mein Wunsch für die Zukunft ist damit, dass wir auch großen, kräftigen Jungs helfen, nicht unbedingt Maurer oder Metallbauer zu werden, nur weil sie wie ein Schrank aussehen. Ebenso sollen sie aber auch ermutigt werden, mehr Selbstvertrauen zu erlangen, was oft von ihnen voraus gesetzt wird.

Mein letzter Wunsch in diesem Sinne ist, das es nicht nur einen Boys- und Girlsday gibt, sondern man schon dort in der Gesellschaft beide Geschlechter gleichsetzt und gemeinsam in Werkstätten, Frisörstudios und am besten auch bei Junges Freiburg aktiv wird.

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Eine Antwort to “Jungs stärken – Boysday in Freiburg”

  1. Also tom wann bist du denn das letzte mal geflogen? Inzwischen ist es auf diesem berufsfeld normal maenner zu sehen.
    Aber spass bei seite gerade im bereich beziehungsarbeit: kindergarten, grundschule, sozialarbeit fehlt es an maennern
    Da sollte man mit proaktiver politik die einstellung von maennern foerdern

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