Heute schon ist es so weit


Ein Wahlkampf-Resümee

Freiburg. (of/tp) Bereits seit einigen Tagen ist es still geworden in Freiburgs Hallen und Sälen, wo sich sonst die OB-Kandidaten Diskussionen und manch nervigen Fragen gestellt haben. Grund genug, noch einmal ganz zum Anfang zurück zu kehren. Die erste Podiumsdiskussion und deren Folgen.

Wählen? Aber Klar! - von Jan-Henrik Dobers - www.jugendfotos.de

Wählen? Aber Klar! • Foto: Jan-Henrik Dobers /www.jugendfotos.de

Das erste Mal

Ja wirklich, ein sehr einzigartiger Augenblick. Es wird ihm immer nachgesagt, dass er einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen wird. Sei es nun positiv, oder eher ernüchternd.

Auch diese OB Wahl ist ein erstes Mal für mich. Nie zuvor in meinem Leben habe ich die Unschuld dabei verloren, das oberste Haupt einer Großstadt wählen zu dürfen. Das soll aber nun doch nicht so eine besondere Erfahrung sein. Viel interessanter ist für mich, dass die erste Podiumsdiskussion  den vergangenen Wahlkampf wiederspiegelt:

Der Saal ist voll. Alle scheinen darüber erstaunt, dass Politik doch so viele interessierte Menschen anlockt und wirklich, wann ist die Stadt schon mal so politisch wie wenn es zur Oberbürgermeisterwahl geht. Auf einmal scheint jeder eine Meinung zu haben. Auch die sonst so politikverdrossenen Bürger interessieren sich auf einmal für die Belange ihrer Stadt(teile). Sogar die Berichterstattung, in diesem Fall die Moderation, versäumt es nicht, tendenziöse Fragen und Anspielungen mit einfließen zu lassen. Wo sie doch am Anfang versprochen hat, liberal zu bleiben.

Nach diesen wenigen Minuten und der erquickenden Vorstellung der einzelnen Kandidaten sind wir auch schon bei den ersten Reaktionen auf die Anwesenden, bzw. Kandidaturen. Das verbale Debüt, was sich Herr von Kirchbach und Herr Salomon liefern, ist schneidend. Wobei Herr Kirchbach ganz klar den amtierenden OB herausgefordert hat, der die ebenso spitze (Amts)Verteidigung übernimmt. Tiefschläge nicht ausgeschlossen.

Ach ja und da am linken Rand (man stelle sich vor, man befindet sich mitten unter den Kandidaten) Professor Günter Rausch, der freundlich darauf hinweist, dass noch nicht viel gesagt wurde. Er ist dabei der Garant, dass auch andere Themen als persönlicher Zwist mit auf die Tagesordnung kommen.

Welche Strategien verfolgen die Kandidaten?

Bleiben wir doch gleich bei Günter Rausch. Er ist der Reformer schlechthin. Bürger sollen nicht nur beteiligt werden, sondern mitten im Geschehen stehen. Er wünscht sich Freiburg als eine Kommune und hat schon im Wahlkampf mit dieser Politik angefangen. Die Initiative WiR (Wechsel im Rathaus) wurde schon auf den Pfeilern der Basisdemokratie gebaut, wo jeder Interessierte am Wahlkampfprogramm mit basteln durfte. Trotz aller Ideen muss man nur aufpassen, dass die Pfeiler ein wasserdichtes Fundament bekommen. Ansonsten schwimmt ihnen Freiburg in den Wellen des Finanzhaushaltes davon.

Kommen wir zu Dieter Salomon. Er möchte sein in acht Jahren schon betoniertes Konzept weiter fahren. Hier mal gucken wo man ein wenig Geld sparen kann und dort, wo es schonend angelegt wird. Man kann ruhig sagen: die schlechteste Arbeit hat er ja in den vergangenen acht Jahren nicht geleistet. Okay, er ist bestimmt nicht der freundlichste und kuscheligste OB, aber Wollpullover kratzen auch, halten aber warm.

Ulrich von Kirchbach ist dagegen aus ganz anderen Stoffen gewebt.  Er wartet mit einem Fundus von Innovationen und sozialem Einfühlungsvermögen auf. Bürgernahe und grün soll Freiburg wieder werden. Sein Wahlkampfprogramm sitzt wie maßgeschneidert. Allerdings hat man das Gefühl, dass es eher contra Salomon geschneidert wurde als für ihn selbst. Null-Emissionsstädte sind wahrlich eine Herausforderung und einen Blick in eine weite Zukunft wert.

Definitiv ist aber, dass er etwas von Bürgerbeteiligung versteht. Als Sozial- und Kulturbürgermeister (auch wenn er sein Amt nicht angerechnet sehen möchte) war er oft unter den Bürgern, so auch bei der Beteiligung von Kindern in ihren Stadtteilen (siehe Mosswald aus Kindersicht).

Den Saal beherrscht eine belebte Stimmung. Die Rede ist natürlich wieder vom Stadtbauverkauf. Es ist jetzt schon abzusehen, dass nach der Wahl eine Menge Buhrufe und Gejubel in den Straßen sein werden, egal, wer gewonnen hat.

Auch für Diskusionen und Gerede wird im Nachhinein noch genug Zeit bleiben. Bei der Podiumsdiskussion war es nur ein Stündchen, aber im Leben nach dem Wahlkampf werden es wohl acht Jahre sein und ich bin gespannt, mit wem wir uns in Zukunft unser Freiburg teilen werden.

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Eine Antwort to “Heute schon ist es so weit”

  1. […] Das junge Freiburg-Blog « Wahlprüfsteine, ganz kurz Heute schon ist es so weit […]

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