Gegen die Nieten in Nadelstreifen


Geld  Geld  Geld - wie die Lebenszeit in Münzen umgerechnet wird - Christian Wolf www.jugendfotos.de

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(tp) Laut ertönt es aus den Lautsprechern vorne an der Bühne. Der Vorsitzende vom Betriebsrat Karstadt Freiburg erklärt, das sich die Verkäuferinnen Millionen Euro absparen müssen, um das insolvente Unternehmen nicht gänzlich abstürzen zu lassen, wo doch ein Boni der Geschäftsführung reichen würde, um die Kleinen im Betrieb dies zu ersparen. Im Jahr der vermeintlichen Finanz- und Wirtschaftskrise geht es nur um eins. Geld  Geld  Geld

Zugegeben, dies ist nicht gerade das typische Junges Freiburg Thema, aber auch wir wollen, das Junge Arbeitnehmer und Auszubildende sich einmischen und politisch wird es hier allemal. Es sind einige Jugendliche mit hier auf dem Platz. Schade nur, das es dies Jahr keinen Stand der DGB Jugend, oder IG Metalljugend, extra gibt.

Gerade in der Gewerkschaftsjugend ist nicht immer nur Geld das Thema des Tages. Sie haben oft ganz andere Probleme, als ihr Haus abzubezahlen und das sie ohne Förderung des Staates am Ende des Monats nichts mehr zu Essen haben, war ihnen ja auch schon vor der Ausbildung klar. Nein, ihnen geht es oft um mehr. Es geht um ordentliche Arbeitsbedingungen, Ausbildung soll sie qualifizieren und nicht nur beschäftigen. Die Gewerkschaftsjugend will mehr Übernahmen in ihren Betrieben und, nun vielleicht doch, dafür nicht noch draufzahlen müssen.

Der 1. Mai wurde zum ersten mal 1886 zu einem Aufruf der Arbeiter auserkoren. Damals haben zehntausende in Amerika für einen acht Stunden Arbeitstag demonstriert. Ihnen ging es auch nicht um mehr Geld, mehr Zuschläge, oder Vergünstigungen. Sie wollten ein besseres Leben, einfach mehr Zeit für ihre Familien und sich nicht schon nach ein paar Jahren todgearbeitet haben. Unsere Techniken und Anlagen haben sich seit dem um ein vielfaches Verbessert und immer noch arbeiten wir nach dem Erbe der acht Stunden.

Die Zeiten haben sich geändert

Während es in Japan für das Todschuften Kliniken gibt, besinnen sich doch die Menschen heute eher wieder darauf, nicht nur Geld zu machen. Alle beklagen sich, dass zum Beispiel immer mehr Bürger sich von der Politik fern halten (zum Beispiel bei der niedrigen Wahlbeteiligung). Wie würde das aussehen, wenn sie regulär nur fünf Stunden am Tag arbeiten müssten? Wie würde die kulturelle und künstlerische Gesellschaft wachsen, wenn man abends ins Theater gehen könnte, ohne schlechtes Gewissen, das man auf Arbeit am Morgen nicht ausgeruht ist?

Arbeit ist wichtig. Auch das Gewerkschaften die Tarife und Löhne anpassen und erhöhen, ist notwendig. Doch sollte die Debatte um Lebensqualität nicht nur vom Geld abhängig sein, sonder auch wieder den Blick auf das soziale richten. Wir leben nicht nur vom Geld allein.

der Autor des Textes war selbst Vorsitzender einer Jugendortsleitung  und in der Bezirksjugendleitung Nord Ost der Gewerkschaft Transnet tätig

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